Freitag, 4. April 2008

Applaus

Das Lied erreicht mein Haar, durchwühlt meine Lockenpracht und dringt bis zu meinen Augen hervor.
Ich sehe die Melodie, fühle den Klang und ergebe mich der Rythmik.

Die Leute schreien, kreischen, tanzen.
Es ist gar lustig das mit an zu seh´n.
Doch die Musik erreicht mein Ohr.
Öffnet meinen Mund.
Meine hand schnellt über die Saiten und die Welt verschwimmt.
Ich spüre den Gedanken, ertaste das Gefühl und lasse meine Finger gleiten.

Die Töne lassen Puppen tanzen, ziehen an den Fäden.
Sie schwingen hin und schwingen her, wie meine Hand, die die Saiten streicht.

Meine Lippen formen Wörter, die ich mich nciht erdacht und mir gar fremd erscheinen.
Die Töne harmonieren zu meiner Hand Kunstwerk und malen ein Bild aus den verschiedensten Farben.

Man sieht das Grün, erkennt das Blau welches sich vom satten Gelb und knallendem Rot abhebt.
Auch schwarz lässt sich auf der Leinwand blicken und spiegelt meinen Gedanken.
Alles scheint so froh und glücklich, doch ist irgend etwas falsch.

Mein Herz ergreift die Rythmik, packt sie und hält sie fest im Griff.

Tränen fließen, tropfen auf das Holz, doch die Saiten tanzen.
Sehen gar zufrieden aus.

Meine Stimme hallt.
Die Menge schreit.
Ich verstumme.
Die Menge tobt.
Ich lächle matt und beginne vom Neuen mit diesem falschen Lied.